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Proletarische Welten

IX: Als Kind meiner Klasse

Ich bin 1984 in Sachsen-Anhalt geboren. In meiner Geburtsurkunde steht, mein Vater sei Sägewerker, meine Mutter Schweißerin. Ein spätes Kind des Arbeiter- und Bauernstaates: zum Pionier hat es nicht mehr gereicht, von der Wende hab ich auch nix mitbekommen. Irgendwo dazwischen gelandet. Mit der Schulzeit kommen auch die ersten Erinnerungen, mit der ich die kapitalistische […]

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Proletarische Welten

VIII: Von #Besetzen und #TuMalWat – In Erinnerung an Klaus Jürgen Rattay

Never cared for what they do Never cared for what they know But I know Ein junger Mann, vielleicht auch noch ein Junge, trotzig in Vollbart und Lederjacke, steht im Hinterhof der besetzten Häuser in der Winterfeldstraße, der eher eine große Freifläche denn ein Hinterhof ist, viele Häuser, die den Krieg überstanden haben, sind schon […]

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Proletarische Welten

VII: Zwischen den Stühlen

„In der Uni wird ein Proll seziert Studenten, sie sind irritiert Er riecht nach Bier und Schweiß Er riecht ganz anders als ich Er ist uns fremd“ -Zugezogen Maskulin „Alle gegen Alle“ Das Universitätsleben war für mich immer ein wenig vergleichbar mit dem Aufenthalt in einem fremden Land. Die Leute sprechen anders, bewegen sich anders, […]

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Proletarische Welten

VI: Ich wollte niemals arbeiten…

Arbeit ist scheiße und im Grunde habe ich gar keine Zeit für so etwas wie Lohnarbeit. So dachte ich in meiner Jugend. Mittlerweile arbeite ich schon 41 Jahre im selben Betrieb, habe noch keinen Tag gefehlt und mich plagt ein wenig die Angst vor der bevorstehenden Verrentung… Das ist natürlich gelogen. Tatsächlich gehe ich in […]

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Proletarische Welten

V: Vater, Bauer, Arbeiter. Ein Leben in verschiedenen Widersprüchen

Landwirtschaft wird heute entweder verteufelt (die sind Giftspritzer, Tierquäler und Subventionsabzocker) oder idealisiert (arbeiten im Freien, mit Tieren, wie schön). Beides ist falsch. Ich habe von meiner Geburt bis zu meinem 21. Lebensjahr auf dem Bauernhof meiner Eltern in einem kleinen Dorf in Süddeutschland gelebt und auch danach noch einige Zeit eher organisatorisch und begleitend […]

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Proletarische Welten

IV: Erfahrungen eines Gastarbeiterkindes

Das Curriculum zum Deutschunterricht zielt unter Anderem darauf ab, uns Kindern dieser liberalen Gesellschaft, die Geschichte und die Zusammenhänge eben dieser Gesellschaft nahe zu bringen. Brecht, Kästner, Mühsam sind die wenigen linken Köpfe deutscher Literatur, die wir lesen durften. Dass diese Autoren eine nicht abzustreitende Verbindung zur kommunistischen Idee hatten, hielt meine Lehrer*innen nicht davon […]

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Proletarische Welten

III: Bis ins Vergessen abstrahiert.

Ich sitz am Frühstückstisch, aus dem Radio schallern bescheuerte Durchhalteparolen, obwohl oder gerade, weil es erst acht Uhr morgens ist. Es gibt Brot von LIDL. Leider habe ich vergessen, es in der Brotschneidemaschine im Supermarkt schneiden zu lassen, drum muss ich selber ran, was sich schwierig gestaltet, da dieser verfickte Scheißlaib in tausend Teile zerbröselt. […]

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Proletarische Welten

Call for Papers – Proletarische Welten

Im gesamten Land diskutiert die (radikale) Linke eine “Neue Klassenpolitik”. (1) Endlich, jetzt nach dem die Rechten an Einfluss gewinnen, soll die Linke die lange von ihr selbst für tot erklärte ArbeiterInnenklasse ansprechen. Viel neues kommt bei der Diskussion aber nicht rum. Was praktisch folgt bleibt unklar. Es zeigt sich, dass die akademisch geprägte Linke […]

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Proletarische Welten Rezension

II: Und wer hat meinen Vater ermordet?

„Es gibt viele Arten zu töten. Man kann einem ein Messer in den Bauch stechen, einem das Brot entziehen, einen von einer Krankheit nicht heilen, einen in eine schlechte Wohnung stecken, einen durch Arbeit zu Tode schinden, einen zum Suizid treiben, einen in den Krieg führen usw. Nur weniges davon ist in unserem Staat verboten.“ […]

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Basisorganisierung Proletarische Welten

I: Bericht aus dem beschädigten Leben.

Der nachfolgende Bericht ist eine aktuelle Begebenheit des Autors, der seit vielen Jahren von Hartz IV lebt und nun in den Mühlen der Bürokratie des repressiven Sozialsystems zermalmt wird. Aus seiner eigenen Geschichte heraus versucht er ein Verständnis für den in Deutschland herrschenden sozialen Krieg zu schaffen. Der Anfang Geboren wurde ich als erstes Kind […]